Rezension - Ich will brav sein - Clara Weiss

Mittwoch, 28. Juni 2017

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Titel: Ich will brav sein
Autorin: Clara Weiss
Zur Leseprobe (Provisionslink)
Genre: Thriller, Psychothriller
Länge: 416 Seiten
Verlag: Goldmann

Kurzbeschreibung laut Amazon.de:
Der Sommer steht vor der Tür, als die Studentin Juli das kleine Dachzimmer in dem charmanten Münchner Mietshaus bezieht. Sie teilt die Wohnung mit der jungen Schauspielerin Greta, die ihr auf Anhieb sympathisch ist, und zunächst ist Juli glücklich in ihrer neuen Umgebung. Doch dann mehren sich die Hinweise, dass Greta ein ebenso undurchsichtiges wie grausames Spiel mit ihr treibt – und während eine mörderische Hitzewelle die Stadt wie eine Glocke umschließt, gerät Julis Leben immer mehr zur Hölle: Sie entdeckt eine Leiche auf dem Dachboden, ihre beste Freundin verschwindet, ein stummes Mädchen im Treppenhaus versetzt sie in Angst und Schrecken. Als sich weitere Todesfälle ereignen, weiß sie, dass auch sie selbst in höchster Gefahr ist. Aber da ist es fast schon zu spät ...

Meine Meinung: 
Das Cover passt sehr gut zu einem Thriller wie diesem. Meines Erachtens nach sieht man darauf die Dachbodentür, worauf in roter Schrift die Worte stehen ich will brav sein. Davon alleine bekommt man schon eine Gänsehaut und will unbedingt mit diesem Buch beginnen.

Der Schreibstil der Autorin ist leider überhaupt nicht meins gewesen. Er ist nicht flüssig, sondern eher anstrengend. Ich brauchte viel länger um das Buch zu lesen, als ich normalerweise brauche. Ich musste mich auch sehr konzentrieren, da die Schriftgröße eher kleiner war und dadurch war mein Lesefluss gestört. Außerdem würde ich den Schreibstil teilweise als monoton beschreiben. Für manche Leute ist dies sicher aufregend und entspannend, aber für mich war es das genaue Gegenteil.

Wir erleben in diesem Buch auch immer wieder Vergangenheitsausschnitte von einem kleinen Mädchen die von ihrer Mutter misshandelt wird und zwar seelisch und körperlich. Ihre Mutter sperrt sie immer wieder stundenlang auf den Dachboden ein und sagt ihr, dass irgendwann eine böse Zauberin kommen wird, die sie verletzen wird und ihr die Haare abschneidet, wenn sie nicht brav ist. Diese Ausschnitte aus der Vergangenheit treten immer nach einem neuen Teil des Buches auf. Das Buch ist nämlich nicht nur durch Kapitel, sondern auch durch mehrere Teile gegliedert. Dies fand ich sehr interessant und wollte unbedingt wissen, wie die Geschichte mit dem kleinen Mädchen und ihrer Mutter ausgeht.

Leider kommt in dieser Geschichte auch nur langsam Spannung auf. Es zieht sich alles ein bisschen und erst knapp vor der Hälfte, wollte ich wirklich wissen, wie es weiter geht. Vorher hatte ich keinen Bezug zu der Geschichte und auch nicht zu den Charakteren. Man könnte sagen, dass sie mir egal gewesen sind, egal was mit ihnen passiert ist. Es hat mich einfach nicht berührt.

Wie schon oben erwähnt, konnte ich mit den Charakteren einfach keine richtige Beziehung aufbauen. Besonders die Hauptprotagonistin Juli war mir von der Autorin einfach zu wage beschrieben und da die Protagonistin Greta ständig wegen ihren Schauspielauftritten weg war, kam sie somit auch leider nicht so oft in der Geschichte vor, wie ich es mir gewünscht hätte. So konnte ich mir nämlich kein genaues Bild von Greta machen und hatte nur ein paar wenige flüchtige Eindrücke von ihr sammeln können.

Doch das was ich von Greta alles mitbekommen habe, hat mich ein bisschen verstört. Meiner Meinung nach besitzt sie eine falsche Persönlichkeit und sucht das Rampenlicht. Es ist mir öfter so vorgekommen, als ob sie ohne Aufmerksamkeit von ihren Freunden nicht überleben würde. Damit will ich nicht sagen, dass sie die Mordserie begangen hat, aber dem Leser wird schnell klar, dass sie es getan haben könnte. Natürlich verrate ich nicht, wer es war. Ich persönlich habe es bis am Ende selbst nicht gewusst und muss sagen, dass mich die Aufklärung sprachlos zurückgelassen hat.

Leider habe ich ständig das Gefühl gehabt, dass Juli für ihre 30 Jahre eine ziemlich kindische Person ist. Manchmal ist sie mir wie ein zehnjähriges Mädchen vorgekommen, was sich vor ihrem eigenen Schatten fürchtet. Zum Beispiel hatte sie Angst alleine auf dem Dachboden zu bleiben, um zum Beispiel Wäsche aufzuhängen. Da muss ich sagen, dass ich dieses Verhalten ein bisschen übertrieben fand, doch glücklicherweise wird das am Ende alles aufgeklärt.

Die Geschichte hat mich auch leider bis zur Hälfte des Buches überhaupt nicht gefesselt. Ich war knapp davor das Buch eine Zeit lang zur Seite zu legen. Aber ich bin auf jeden Fall sehr froh, dass ich es dann doch nicht abgebrochen, sondern weitergelesen habe. Denn alleine die Aufklärung war es wert. Also, wenn es dem ein oder anderem da draußen genauso geht im Moment, lest das Buch weiter. Es wird sich irgendwann lohnen und die Aufklärung wird euch vom Hocker hauen.

Ich habe mich auf jeden Fall von der Autorin auf eine falsche Fährte führen gelassen. Ich bin sehr gespannt, welche Erfahrungen ihr mit dem Buch machen werdet. Ich habe lange darüber nachgedacht, welche Bewertung ich diesem Buch schlussendlich geben will. Ich bin zu dem Schluss gekommen, dass es 3 Sterne bekommt, da das Ende noch einmal einen Stern herausgeholt hat. Meiner Meinung nach ist es ein wirklich gelungener Thriller, auf den man sich voll und ganz einlassen muss und beim Lesen auch durch Anfangsschwierigkeiten, nicht aufgeben darf. 

Vielen Dank an das Bloggerportal für die Bereitstellung dieses Rezensionsexemplares!

Meine Bewertung: 3 von 5 Sternen 
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3 Kommentare:

  1. Anja hat gesagt…:

    Das klingt richtig toll, auf das Buch bin ich bisher noch gar nicht aufmerksam geworden. Ganz tolle und ausführliche Rezi von dir <3

  1. Melie hat gesagt…:

    Hey :)
    Schau es dir auf jeden Fall noch ein bisschen genauer an. Es könnte dir gefallen :) Danke für deinen Kommentar!

    LG Melie

  1. Hallo Melie,

    schade, dass dich das Buch nicht komplett überzeugen konnte. Es ist aber auch immer schwer, wenn einem der Protagonist nicht so ganz zusagt.

    Liebe Grüße
    Charleen